Elternberatung in der Kath. Grundschule Neufelder Straße

Es zeigt sich zunehmend, dass Eltern häufig erst den Weg zu lokalen Beratungsangeboten finden, wenn sich eine familiäre Problematik bereits massiv verfestigt hat. Insbesondere in überfordernden Lebenssituationen fehlen Eltern häufig die Kraft und der Antrieb, sich um eine passende Hilfeform zu bemühen. Daher werden Problematiken nicht frühzeitig bearbeitet, verfestigen und verschlimmern sich häufig und zeigen sich immer deutlicher im schulischen Alltag.
Im Rahmen eines auf zunächst 1 Schuljahr befristetes Projekt soll Eltern daher die Möglichkeit gegeben werden, Beratung direkt in der Schule in Anspruch zu nehmen. Eltern haben regelmäßig Kontakt zur Grundschule, sie ist ein ihnen bekannter Ort, was eine gute Zugangsmöglichkeit darstellt.
Beratung in der Schule hat einen präventiven Charakter, mit dem Ziel, Eltern frühzeitiger an Hilfsangebote heranzuführen. Hier können erste problematische Entwicklungen besprochen und bei Bedarf Wege der weitergehenden Beratung aufgezeigt werden. Die Eltern können schnell und unbürokratisch Hilfe in Anspruch nehmen ohne sich erst umfassend über passende Hilfsangebote informieren zu müssen.
Es können Erziehungsfragen besprochen werden, mit denen Eltern sich noch nicht aktiv an eine Erziehungsberatungsstelle wenden würden, die aber über schulische Beratungsmöglichkeiten hinausgehen.
Eltern sehen Schule häufig als eine mit Macht ausgestattete Institution an, die den Bildungsweg ihrer Kinder stark beeinflusst. Es fällt Eltern daher manchmal schwer, sich mit Erziehungsfragen an Lehrkräfte zu wenden, da sie sich und ihre Familien bestmöglich präsentieren wollen. Dadurch ist der Zugang zu diesen Themen für Lehrkräfte häufig erheblich erschwert und Eltern reagieren auf schulische Bemühungen mit Abwehr.
In der Beratung müssen daher die Grundsätze von Freiwilligkeit und Vertraulichkeit gelten. Es gibt keine Rückmeldung über Gesprächsinhalte an die Schule, bzw. nur mit schriftlicher Einwilligung der Eltern. Dies ist erforderlich, um das erwünschte Vertrauen der Eltern zu gewinnen und zu erhalten, um eine Akzeptanz für das Instrument der Beratung zu entwickeln. Die Beratung soll nicht als „der verlängerte Arm“ der Schule empfunden werden, auch wenn natürlich ein Ziel der Beratung darin liegt, eine gelingende Kooperation mit allen Fachkräften herzustellen.




